Der Internationale Frauentag – Ein bedeutsamer Tag, der Frauen gewidmet ist. Wie auch in den vergangenen Jahren möchten wir anlässlich des Internationalen Frauentages unsere Hochachtung und Wertschätzung für die Frauen unserer Gesellschaft kundtun. Gleichzeitig möchten wir auf den Zustand des Bestrebens unserer Gesellschaft nach vermeintlicher Gleichberechtigung aufmerksam machen.
Obwohl statistisch gesehen Frauen die Mehrheit der Weltbevölkerung ausmachen, werden gegenwärtig viele gesellschaftliche Bereiche von Männern dominiert. Viele Frauen sehen sich noch heute Repressionen in verschiedenster Form aufgrund ihres Geschlechts ausgesetzt. Beispielsweise attestieren Studien eine erheblich ungleichmäßige Geschlechterverteilung in bestimmten Berufsgruppen und eine fehlende Geschlechtergerechtigkeit in der Arbeitswelt. Bis dato sind Frauen in Führungspositionen unterrepräsentiert und werden für die gleiche Arbeit im Durchschnitt wesentlich weniger vergütet als Männer. Der Mangel an Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau findet gleichwohl im alltäglichen Leben statt. So übernehmen Frauen die meiste Arbeit im Haushalt und in der Kindererziehung, unabhängig davon, ob sie berufstätig sind oder nicht.
Außerdem ist die Zahl der Gewalttaten gegenüber Frauen besorgniserregend. Laut der EU-Studie aus dem Jahr 2014 haben in Europa 62 Millionen Frauen, die über 15 Jahre alt sind, körperliche und/oder sexuelle Gewalt erlebt. Allein in Deutschland ergab eine repräsentative Untersuchung zu Gewalt gegen Frauen, die vom BMFSFJ veröffentlicht wurde, dass rund 40% der Frauen ab ihrem 16. Lebensjahr mindestens einmal körperliche und/oder sexuelle Gewalt erlebt haben. Laut einer Studie des Bundeskriminalamts (BKA) waren im Jahr 2018 mehr als 81,3% der Menschen, die von Partnerschaftsgewalt betroffen waren, Frauen. 2018 wurden dem BKA zufolge 122 Frauen von ihren Partnern oder Ex-Partnern ermordet. Wir bedauern zutiefst den Anstieg der ermordeten Frauen, was als Femizid die grausame Realität unserer Gesellschaft abbildet.
Auch möchten wir den 11.000 Frauen und den 864 Kindern gedenken, die nach dem Putschversuch 2016 mit haltlosen Vorwürfen in der Türkei inhaftiert wurden und seither psychischer und physischer Gewalt ausgesetzt sind. Zahlreiche Ehefrauen wurden anstelle ihrer angeklagten Ehemänner verhaftet.
Auch wenn die Geschlechtergleichstellung sehr kleinschrittig vorangeht, verbleiben wir dennoch in der Hoffnung, dass zukünftig Frauen wie die kürzlich verstorbene Mathematikerin Katherine Johnson, die die genaue Flugbahn für die Mission Apollo 11 berechnet hatte, genauso Beachtung finden werden, wie ihre männlichen Kollegen. Wir blicken mit voller Zuversicht in eine Zukunft, in der Frauen mit einer Selbstverständlichkeit gleichgestellt, gleichberechtigt und in ihrer gänzlichen Vielfalt ohne jegliche Benachteiligung am gesellschaftlichen Leben teilhaben werden.

 

 

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