• Event Time 19:00-21:00
  • Event Start Date 1. December 2015
  • Event Location Mohrenstr. 34

Event Speakers

  • Dr. Markus Dröge

Die Zahl der Asylsuchenden ist durch die Zuspitzung der Konflikte vor allem im Nahen Osten gestiegen. Europa steht in diesem Zusammenhang vor einer großen Herausforderung. Während viele Staaten ihre Grenzen dicht machen, entscheidet sich Deutschland, trotz starken Gegenstimmen, für die Aufnahme von Flüchtlingen. Es entstehen neue Sammelunterkünfte, welche wiederum von vorurteilsbehafteten Protesten in der Nachbarschaft begleitet werden.

Aber nicht alle Bürgerinnen und Bürger lehnen die Hilfesuchenden ab. Kommunen, private Einrichtungen und auch Einzelpersonen leisten beeindruckendes Engagement für eine Willkommenskultur. Sie mobilisieren alle möglichen Kräfte, damit die neuen Einwohnerinnen und Einwohner sich in Deutschland sicher, glücklich und wohl fühlen.

Auch die Evangelische Kirche gehört zu den Vorreitern dieser besonderen und unerlässlichen Aufgabe. Bischof Dr. Markus Dröge, geistlicher Leiter der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, wird in diesem Zusammenhang einen Vortrag mit dem Titel „Wir müssen miteinander reden. Die Flüchtlingskrise als Herausforderung für den Interreligiösen Dialog“ halten.

 

Pressemitteilung

Berlin. Am 1. Dezember 2015 begrüßte das Forum Dialog rund 60 interessierte Gäste in den neuen Räumlichkeiten am Gendarmenmarkt. Bischof Dr. Markus Dröge referierte über die Aufgaben des interreligiösen Dialogs und dessen Partner als Beitrag zur Manifestierung von pluralistischem Miteinander und gesellschaftlicher Inklusion von Geflüchteten in Deutschland. Letzteres und Präventionsarbeit bezeichnete er als die beiden großen Herausforderungen, um Rechtsextremismus und Fundamentalismus vorzubeugen. „Es gibt keine einfachen und schnellen Lösungen“, stellte er fest. Er unterstreichte jedoch, dass in Deutschland durch öffentliche Einbringungsmöglichkeiten von Religionsgemeinschaften im sozial-diakonischen Bereich, in Bildung und in Kultur, das gelingen könne, was kaum irgendwo gelingt: das Zusammenleben von Religionen. Angesichts der Tendenz zu Reterritorialisierung und Vereinheitlichung von Religion einerseits, wie derzeit im Nahen Osten geschehe, und des europäischen Generalverdachts Religion gegenüber eher Konfliktträger und im Kern gefährlich zu sein, formulierte der evangelisch-geistliche Würdenträger grundlegende Aufgaben für die Praxis: (i) Kräfte der Toleranz müssen in der eigenen Tradition entdeckt und formuliert werden, (ii) religiöse Gemeinschaften müssen langfristig interreligiöses Leben etablieren, (iii) in der Öffentlichkeit müssen gemeinsame Zeichen gesetzt werden, (iv) theologisch fundierte Argumentationen gegen Intoleranz und Gewalt müssen erarbeitet und festgehalten werden. Außerdem dürfe soziale Arbeit gegenüber Armen in unserer Gesellschaft nicht vernachlässigt werden. Gemeinsam sollten soziale, interreligiöse Projekte realisiert, medial mit Ereignissen verknüpft, und somit in die Öffentlichkeit getragen werden. Sofern dies unterbleibt, nichts positives also in die Welt gesetzt wird, würden Glaubensgemeinschaften wie aktuell vor allem die islamische wiederholt dazu gedrängt werden sich von der Gewalt, die ihren Namen missbraucht, zu distanzieren.

Das Forum blickt zufrieden auf die Veranstaltung zurück. Die rege Beteiligung des Publikums an einer anschließenden Diskussion bestätigt die Annahme, dass „miteinander geredet werden muss“, so der Geschäftsführer Celal Findik. „Deutschland verändert sich“, fügt er hinzu. Der Abend soll lediglich den Anfang des Engagements für die Etablierung von Vielfalt als gesellschaftlichen Wert dienen. Intern engagieren sich bereits Mitglieder in Flüchtlingsarbeit. „Die Entwicklungen in unserem Land und in der Weltgemeinschaft gehen uns alle was an. Die Mehrheit der Menschen, die bei uns Zuflucht und Hoffnung auf eine bessere Zukunft suchen, sind Muslime, und aktuell findet in unserer Gesellschaft ein unermüdlicher Diskurs über Religion statt. Vor allem ist der interreligiöse Dialog gefragt.“

Kontakt:
Forum Dialog
Mohrenstr. 34
10117 Berlin
Tel: +49 (0)30 31 51 99 88
E-Mail: berlin@forumdialog.org

 

Die Pressemitteilung als PDF-Datei finden Sie hier: Pressemitteilung.pdf

 

 

TEASER zum Vortrag:

Das vollständige Video zum Vortrag:

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