• Event Time 18:30-20:30
  • Event Start Date 3. March 2017
  • Event Location Mohrenstr. 34 10117 Berlin

JIHAD ROMANTIK
Was zieht Jugendliche in den Kampf?

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Enthemmte Mitte – Polarisiertes Deutschlandmöchte das Forum Dialog ein Jahr lang Themen benennen, die polarisieren. Neben Links- und Rechtsextremismus, Hass im Netz, feministisch getarntem Rassismus, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit, gehört auch der religiös begründete Extremismus unter Jugendlichen zu den ausgewählten Inhalten.  

Religiös begründete Menschenfeindlichkeit, die mit wachsenden extremistischen Gruppierungen auch in Deutschland einhergeht, ist eine der aktuellen Herausforderungen unserer Demokratie.

Unter dem Titel “Jihad Romantik – Was zieht Jugendliche in den Kampf?” wird Frau Özcan Ideologie und soziale Faktoren darlegen, die junge Menschen zu brutalen Taten im Namen von Religion veranlassen.

Wie sieht die salafistische Szene aus? Was sind die Wegbereiter und Merkmale einer Radikalisierung? Und welche Bedeutung nimmt unsere Gesellschaft dabei ein? Welche Funktion übernehmen das Web und soziale Medien? Wie kann sinnvolle Präventionsarbeit geleistet werden?


Datum: 03.03.2017 um 18.30

Ort: Forum Dialog – Mohrenstr. 34 10117 Berlin

Anmeldung bitte bis zum 01.03.2017 an events-berlin@forumdialog.org


Bericht:

Einen eher unromantischen und mit unangenehmen Tatsachen gesättigten Abend verbrachten die Besucherinnen und Besucher des Forum Dialog am Freitagabend, den 03. März 2017. Um der Frage „Was zieht Jugendliche in den Kampf?“ auf den Grund zu gehen, kamen rund 50 Interessierte zum dritten Mal im Rahmen der Vortragsreihe „Enthemmte Mitte – Polarisiertes Deutschland“ zusammen und hörten einer in ihrem Gebiet kompetenten und erfahrenen Stimme zu.

Sevdanur Özcan, Religionspädagogin und Aktivisten in einem Präventionsprogramm, schilderte die Ideologie und die sozialen Faktoren, die junge Menschen zu brutalen Taten im Namen von Religion veranlassen. Sie gab einen klar strukturierten und fundierten Überblick über die Varietät der salafistischen Szene und ihre unterschiedlichen Vorgehensweisen bei der Jugendarbeit und ging abschließend auf die Merkmale der Radikalisierung und die Möglichkeiten der Prävention ein.

Ebenso wie die hohe Besucherzahl, zeugte auch die lebhafte und nicht enden wollende Frage-Antwort- Runde von dem Interesse des Publikums und dem Bedarf an Wissen und Austausch über genau diese, z.T. sehr deprimierende Thematik.

Mit ihrer Devise „Die Salafisten sind die besseren Sozialarbeiter“ wies Sevdanur Özcan auf die Lücke der von der Gesellschaft und von jedem einzelnen Individuum betriebenen „Sozial- und Präventionsarbeit“ hin. Nur mit einem wachsamen Auge und mit dem richtigen Umgang mit potenziellen IS-Ausreisern könne man diese Jugendliche vor dem größten Fehler ihres Lebens bewahren. Der Appel gilt uns allen, wer sich nach einem friedlichen Deutschland und einer friedlichen und von Terror befreiten Welt sehnt, muss mit anpacken.


Bilder:

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